W. Reuter & Sohn – Spitzen und Stickereien

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W. Reuter & Sohn – Spitzen und Stickereien

Adresse

Auerbacher Weg 5
08209 Auerbach

Telefon

+49 (0)374 421 51 86

Begonnen hat alles 1951, als Wolfgang Reuter im jungen Alter von 25 Jahren die Firma „Wolfgang Reuter Stickereifabrikation“ gründete. Als gelernter Schlosser, der in einer Stickerei seine Kindheit verbrachte und seiner Frau, die aus einer Stickerfamilie stammte, gelang der Start dank des traditionellen Wissens und des zielstrebigen Engagements in einer Zeit als in der Region viele Stickmaschinen auf Grund der historischen Situation stillstanden. Ihm gelang es, nach kurzer Zeit größere Aufträge für seine 4 Mitarbeiter und 3 Vomag-Stickmaschinen zu gewinnen. Auch die Maschinen von seinem Bruder, seinem Schwager und seinen Schwiegereltern wurden, wie in dieser Zeit üblich, in Lohnarbeit beschäftigt.

Erfolgreiche und innovative Jahre fanden 1972 mit der Zwangsverstaatlichung erst einmal ein jähes Ende, bis die politische Wende neue Möglichkeiten eröffnete. Am 1. April 1990 gelang Wolfgang Reuter zusammen mit seinem Sohn Stefan Reuter die Reprivatisierung, die erste in der Stickereibranche. Wieder erfolgte der Start mit 3 Mitarbeitern und den 3 Vomag-Stickmaschinen. Eine turbulente Startphase führte 1992 zur ersten größeren Investition, die Schaffung neuer Arbeitsräume und der Kauf einer elektronischen Punchanlage (Anlage zum Erstellen der Datenträger für die Stickmuster).

Mittlerweile verrichten 8 eigene Vomag-Maschinen ihre Dienste. 1993 ging Wolfgang Reuter in den wohlverdienten Ruhestand und sein Sohn Stefan Reuter führte das Geschäft mit seiner Frau Petra Reuter weiter. Die nächste Investition wurde geplant und 1994 umgesetzt. Es entstand eine moderne Produktionshalle für 2 Stickmaschinen der neuesten Generation aus der Schweiz. Diese Erweiterung ermöglichte eine schnellere Produktion auch von neuen Produkten und forderte zusätzliche Mitarbeiter für die umfangreichen Handarbeiten in der Fertigstellung der filigranen Produkte.

Wie bei der Gründung der Firma, werden die meisten Arbeitsschritte bis heute und trotz stetiger Investition in modernste Technik und Arbeitsmittel von qualifizierten Mitarbeitern, die DAS „Textile Gefühl“ haben, per Hand ausgeführt. Begonnen beim Ausbesern (fehlende Stiche werden mit einer speziellen Nähmaschine von Hand ergänzt) über das Zacken (Produkte werden aus der Stoffbahn mittels einer Zackmaschine (Rundschneidmessermaschine) von Hand vereinzelt) weiter zum Applizieren (Mustereffekte wie Doppelstoff oder Stoff-Luft-Kombinationen werden durch die handgeführte Maschine erzielt) und Spachteln (Mittels eines heißen Stiftes, werden vorbestimmte Löcher in den Produkten händisch ausgeschnitten) bis zur Endkontrolle, Bügeln und dem einzelnen Verpacken der fertigen Produkte.

Die Erweiterung der Produktionsfläche im Jahr 1999 sowie der Austausch der Stickmaschinen in Hochleistungsstickmaschinen der jetzt neuesten Generation 2013, verlangen weiterhin DAS „textile Gespür“ in der gesamten Fertigungsstreckte.
Besonderes zeichnet die Firma W. Reuter & Sohn – Spitzen und Stickereien GmbH die Schneeballspitze aus. Diese ist durch markante, dreidimensional von der Oberfläche abhebende, optisch effektvolle kleine Kügelchen geprägt. Das komplizierte Herstellungsverfahren, einst musterliches Highlight in der Blütezeit der Plauener Spitze um 1900, war lange Zeit in Vergessenheit geraten. Wiederentdeckt wurde die präzise und schwierige Produktionstechnik von Kati Reuter im Rahmen ihrer Diplomarbeit. Im Zuge der Produktentwicklung verschaffte sie der Schneeballspitze ein Revival und erhielt dafür den Designpreis Plauen „Stickstich 008“.

Seitdem ist dieser Mustereffekt fester Bestandteil in den Kollektionen der Firma.

Auch in Zukunft wird die Firma weiter an Innovationen, Investitionen und mit viel Handarbeit arbeiten. Die nächste Generation, die Kinder Kay Reuter und Kati Reuter, gestalten seit mehreren Jahren die Firma W. Reuter & Sohn – Spitzen und Stickereien GmbH mit.