Seiffener Volkskunst

Es duftet nach Räucherkerzen und erzgebirgischen Hölzern. Der Drechsler an seiner traditionellen Drehbank hat ein zufriedenes Lächeln im Gesicht. Das Licht der Schwibbögen erwärmt die Herzen und lustige Räucherfiguren zaubern mit ihrem Charme ein Strahlen in die Augen. Kinder basteln voller Freude mit der Unterstützung der Erwachsenen, die ihre kindliche Seele wiederentdecken.

Kontakt

Seiffener Volkskunst

Adresse

Bahnhofstr. 12,
09548 Kurort Seiffen

Telefon

+49 (0)3 7362 7740

Die Mitmach-Schauwerkstatt der Seiffener Volkskunst ist ein Ort der Entspannung, der erzgebirgischen Gemütlichkeit. Hier kann man hautnah miterleben, wie die „Männeln“, die einzigartigen Original Erzgebirgischen Holzkunsterzeugnisse®, zum Leben erweckt werden. Die Kunsthandwerker bemalen Details mit filigranem Pinsel, fügen zauberhafte Figuren aus vielen Einzelteilen zusammen. In der Schauwerkstatt entstehen majestätische Nussknacker, bodenständige Räuchermännchen, Engel und Bergmann, klassische Miniaturen, festliche Adventsleuchter, moderne Pyramiden und Schwibbögen sowie lustige Kugelräucherfiguren.

 

Im heimeligen Ladengeschäft der Seiffener Volkskunst können neben klassischen Traditionsprodukten auch ihre zahlreichen trendigen Neuheiten entdeckt werden. Etwa 3500 Artikel aus der Holzkunst-Werkstatt sowie von ausgewählten kleinen und feinen Manufakturen im Erzgebirge warten darauf, Kunden und Kundinnen zu verzaubern.

Daneben gibt es auch eine Bastelwerkstatt, in der man auf insgesamt 30 Plätzen allein, in Familie, in einer kleineren oder auch größeren Gruppen basteln kann. Hier wird jeder zum Holzkünstler!!

 

Das Unternehmen wurde im Jahre 1958 von Seiffener Kunsthandwerkern gegründet. Nach Vorbereitungsarbeiten zur Werkstatteinrichtung wurde 1959 mit der Herstellung Original Erzgebirgischer Holzkunsterzeugnisse begonnen. Es wurde geschnitzt, gedrechselt, Spanbäume wurden gestochen. Einzelteile bemalt und zu den erzgebirgischen Holzkunstfiguren montiert. Als offene Werkstatt zeigt die Seiffener Volkskunst ihren Gästen, Kundinnen und Kunden die gesamte Vielfalt erzgebirgischer Handwerkstechniken. Sie sind außerdem Mitglied im Verband erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V.

In der Werkstatt kommen verschiedenste Handwerkstechniken zum Einsatz. So zum Beispiel das Drechseln, bei dem im ersten Schritt das Holzstück in eine Achse gespannt wird, wo es mit hoher Geschwindigkeit um sich selbst gedreht wird. Dann trägt der Drechsler das Holz rund um das Stück ab, sodass die gewünschte Form entsteht, wobei er Drechseleisen in unterschiedlichen Größen und Stärken verwendet. Große Drechseleisen sind für große Mengen Holz gut geeignet und mit kleinen Drechseleisen werden die feinen Details herausgearbeitet. Das Langholzdrehen und das Querholzdrehen sind die am häufigsten angewandten Techniken.

 

Beim Bohren entstehen kleine Löcher oder Bohrungen, z.B. das Mundloch, aus dem ein Räuchermännchen qualmt, sowie das nötige Gegenloch im Körper der Figur. Größere Flächen und Hohlräume werden mit einem Fräser erzeugt. Nun werden die Teile noch geschliffen, bis sie schön glatt sind und die nächsten Schritte beginnen können.

 

Bevor eine erzgebirgische Figur zusammengebaut wird, dürfen ihre naturfarbenen Holzteile gern noch etwas bunt werden. Hierfür wird Farbe oder Beize auf die Figur bzw. ein Teil gespritzt oder es wird in Farbe getaucht. Zum Beispiel wird der Kopf eines Nussknackers hautfarben und sein Oberkörper eventuell rot eingefärbt. Eine besondere Herausforderung, die viel innere Ruhe und Fingerspitzengefühl benötigt, ist die Bemalung. Oft mit einem hauchdünnen Pinsel und voller Geduld geben die Mitarbeiterinnen in der Seiffener Schauwerkstatt den Figuren ein hübsches Gesicht und feine Accessoires wie Schwerter, Knöpfe und Muster. Diese filigrane Handarbeit macht jedes ihrer Produkte zu einem Unikat und hat einen hohen Anteil am Wert der erzgebirgischen Volkskunst. Denn wo findet man heute noch handbemalte Dekoration?

 

Dann folgt der letzte Schritt auf dem Weg vom hölzernen Brett oder Holzklotz zum fertigen „Männel“. Denn schließlich soll aus den bemalten Einzelteilen ein fertiges Produkt werden. Was am besten mit etwas Holzleim, einem guten Augenmaß und einer ruhigen Hand funktioniert. In der Montage werden so alle Teile zusammengebaut, gegebenenfalls Haare befestigt und alle möglichen liebevollen Kleinigkeiten angebracht. Vom Bart, Tasse, Werkzeug bis hin zur Mütze wird dabei meistens geleimt, manchmal auch gehämmert. Da steht es nun, das einmalige „Männel“ und wartet schon darauf, endlich bei den Kundinnen und Kunden einziehen zu dürfen.