Hände entfernen sorgfältig eine Folie von einem blauen Schild mit einem weißen Buchstaben.
Manufaktur

Preußen-Email

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Im Jahre 1883 gründeten der Apotheker Zimmermann und der Kaufmann Moschel in dem preußischen Städtchen Angermünde das Emaillierunternehmen Preußen-Email. Bis heute wird das Emaillierhandwerk in Angermünde fortgeführt und hat über wirtschaftliche Flauten, Inhaberwechsel und Umzüge weiterhin Bestand.

Das Emaillieren von Metallen ist ein sehr altes Handwerk, das bereits um 3500 v. Chr. verwendet wurde. Zunächst wurde Emaille in Kombination mit hochwertigem Gold in Schmuckstücken verwendet. Das Handwerk der Kombination von Edelmetall mit Emaille ist auch heute noch üblich.

Im 19. Jahrhundert kam zunehmend im Rahmen der technischen Revolution auch das Emaillieren von unedlen Metallen großflächig auf. Das betraf verstärkt Gebrauchsgegenstände, aber auch die Verwendung von künstlerischer Gestaltungselemente.

Arbeiter bedient eine große Presse in einer Werkstatt, während eine Metallplatte bearbeitet wird.

Bis zur Wendezeit 1989/90 wurden bei Preußen-Email vorwiegend Artikel für Krankenhäuser, sowie Schüsseln und Töpfe mittels Tauchemaillierung gefertigt.

Heute werden Schilder aller Art in Stückzahlen von 1 – 10.000 und mehr, wie z.B. Straßennamen-, Werbe- und Orientierungsschilder etc. produziert. Nach wie vor ist Erfahrung und handwerkliches Geschick beim Treiben von Metallen, das manuelle Herstellen von Farben, das Bedrucken mit Siebdrucktechnik, das Aufziehen spezieller Folien sowie das Spritzen der Grundemaillie und der anschließenden Farbgestaltung dominant. Neben dem ursprünglichen Handwerk setzen sich aber zunehmend auch Digitaldruck und ähnliche Technologien durch.

Druckmaschine mit blauer Unterseite und Metallrahmen in einer Werkstatt.

So wird das Treiben von Wölbungen auch manuell durchgeführt. Häufig arbeitet Preußen-Emaille auch mit Künstlern zusammen, die immer wieder neue Herausforderungen stellen, wie das Verwenden neuer nachleuchtender und irisierender Materialien.

Gestapelte, runde Metallplatten mit Halterungen auf einem Tisch in einer Werkstatt.

Die Fertigung der Rohlinge erfolgt aus speziellen emaillierfähigen Tiefziehblech. Die Kanten müssen exakt manuell entgratet und gerundet werden. Das A und O dabei ist das handwerkliche Geschick und das gewisse Auge dafür. Der fertige Rohling wird dann grundemailliert. Die Grundemaillierung ist ein wichtiger Teil, um einen größtmöglichen Korrosionsschutz zu gewährleisten.

Ofen mit geöffnetem Deckel, innen rot glühende Heizstäbe, darauf ein rundes Objekt auf einem Gestell.

Danach erfolgt die Deckemaillierung durch das manuelle Auftragen eines Schlickers (eine dicke Flüssigkeit aus verschiedenen Komponenten) mittels eines Spritzverfahrens. Für die Farbgebung stehen verschiedene Komponenten wie Glas-Fritten, Mineralien und Zusatzstoffe zur Verfügung, die in einem Nassverfahren aufgemalt werden, um den gewünschten Farbton zu erreichen.

Drei weiße Geschirrteile auf einem Tisch: eine Schüssel, ein Becher und eine Kanne mit schwarzem Rand.

Anschließend wird das Motiv nach verschiedenen Verfahren aufgebracht. Das manuelle Aufbringen desjeweiligen Motivs oder Schriftzuges kann mittels Siebdruckverfahrens oder mit Druckmaterial von Kooperationspartnern erfolgen. Bei der Fertigung des Druckmaterials arbeitet das Unternehmen mit der ältesten keramischen Farbdruckerei Deutschlands, die 1673 gegründet wurde, zusammen.

 

Fassade der Preußen-Email GmbH mit rotem Eingang und Fenstern, umgeben von Rasen und Gehweg.

Emaille ist ein Garant für die Langlebigkeit in Form, Farbe, nach wie vor funktionell und reizvoll zugleich. Es ist ein hochwertiger Verbundstoff aus Metall, Glas/Keramik und weist eine Fülle von besonderen Materialeigenschaften auf. Dazu ist es auch widerständig gegenüber jeglichen Witterungsbedingungen und hat eine unvergängliche Farbbrillanz.