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Geigenbau Löffler

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Für Wolfgang Löffler ist das Handwerk des Geigenbauers eine sinnliche Auseinandersetzung mit der Welt.

Diese Auseinandersetzung beginnt mit dem Gang durch den Wald, dem Auswählen des Baumes, geht über das Schlagen und Aufspalten bis hin zum ersten Zurichten. Dann das immer feinere Schnitzen, Hobeln und Bearbeiten: Schritt für Schritt entsteht eine Beziehung zum Material, ein Einfühlen in das Holz. Dieser Prozess wird durch die enge Zusammenarbeit mit dem Musiker ideal ergänzt und bereichert.

Dies alles in Kombination mit über 30-jähriger, handwerklicher Erfahrung sind die Grundvoraussetzung für das Gelingen eines neuen, einzigartigen Instrumentes. Diese baut Wolfgang Löffler in seiner Geigenbauwerkstatt für Handel, Neubau, Restaurierung und Zubehör im Münchner Traditionsviertel Haidhausen. Ein Stadtteil, in dem seit jeher viele Künstler, Musiker und Handwerker leben.

 

In dieser ruhigen und doch arbeitssamen Atmosphäre kann er sich ganz der Restaurierung und dem Bau seiner Instrumente widmen. Die Werkstatt bietet zudem Platz, um sämtliche Instrumente auszuprobieren. Dafür stehen verschiedene alte Meister-Instrumente zum Vergleich bereit.

Wolfgang Löffler, geboren 1966, wuchs in Regensburg in einer Familie auf, in der sowohl die Musik als auch der Bezug zur Natur von jeher eine große Rolle spielen. Im Alter von sechs Jahren fing er an, Gitarre zu erlernen, später kamen Kontrabaß und Klarinette hinzu.

Holz ist für Löffler seit seiner Erinnerung das Material, mit dem er sich am liebsten beschäftigt. Mit seinem Vater war er oft in den Oberpfälzer Wäldern um Regensburg unterwegs und lernte dort von ihm früh das Schnitzen von Holzpfeifen. Später das Bauen von Krippen und seinem ersten Musikinstrument: ein beschnitztes und mit Drähten versehenes Brett.

Bald entsteht der Wunsch, die Musik mit dem Handwerk zu verbinden. Nach dem Abitur beginnt er deshalb eine Ausbildung zum Geigenbauer an der Staatlichen Berufsfachschule Mittenwald, die er 1993 mit dem Gesellenbrief abschließt. Während seiner Gesellenzeit in Berlin und Regensburg erforscht Wolfgang Löffler die verschiedenen akustischen und konstruktiven Charakteristika des Klangs und widmet sich nebenbei intensiv der Philosophie. Die in beiden Studien gesammelten Erkenntnisse prägen seinen Geigenbau bis heute.

Nach Ablegen der Meisterprüfung eröffnete Wolfgang Löffler 1998 seine eigene Meisterwerkstatt. Zusammen mit dem Münchner Bogenbauer Markus Wörz belebte er 2007 die Münchner Geigentage. 2011 erhielt er den Bayerischen Staatspreis für Innovation im Handwerk sowie 2012 das Patent für seine E-Geigen (Löffler E-Strings). Er ist darüber hinaus Mitglied im Förder- und Freundeskreis der Münchner Philharmoniker und widmet sich seit 2016 erneut dem Studium der Philosophie.