Geigen und Guitarrenbau Stephen Painter

Geigenbau ist ein sehr traditionelles Handwerk. Die Geige selbst hat nur geringfügige Änderungen erlebt seit Mitte des Sechzehnten Jahrhunderts. Die Bauschritte bis zum fertigen Instrument sind gleich geblieben und man versucht, die alten Lacke nachzuahmen.

Kontakt

Geigen und Guitarrenbau Stephen Painter

Adresse

Kleine Bruchstr. 11
06886 Wittenberg

Telefon

+49 (0)34 9148 0998

Das Folgen dieser Tradition hat auch pragmatische Gründe. Es verkauft sich besser, denn Orchestermusiker suchen nicht Innovation, sondern den Ton und die optische Ästhetik der Vorbildinstrumente des 17. und 18 Jhd: ein samtig weicher aber strahlender Klang in allen Registern und ein leuchtender Lack auf altem Holz. Es ist das Ziel dieser Werkstatt, diese Wünsche zu erfüllen.

 

Beim Gitarrenbau ist das anders. Hier ist mehr Raum für persönliche Vorstellungen in Klang Optik. Die heutige Konzertgitarre ist erst Mitte des 19. Jhd. entstanden und die amerikanischen Stahlsaitengitarren und E-Gitarren im 20. Jhd.

Klangliche Ideale sind noch nicht abgeschlossen. Gitarrenspieler scheinen mehr offen zu sein für Innovationen. Es gibt nicht eine Gitarre, die alles macht. Entsprechend sind die Gitarren, die sie herstellen, vielfältig in Form und Klang, je nach Musikstil. Neulich wurde eine 13-saitige Gitarre in der Werkstatt gebaut, um Lautenmusik auf einer Gitarre zu spielen. So etwas gibt es nicht von der“ Stange“, es muss von Grund auf entworfen und gebaut sein.

 

Die Werkstatt stellt Kontrabässe, Geigen und Gitarren her, aber auch viel Reparatur und Restoration wird verlangt. Für viele Leute hat ein Musikinstrument nicht nur einen materiellen Wert, sondern auch einen ideellen Wert- es gehört zu ihrem kulturellen Erbe und wird weitergegeben.

Das Reparieren und Pflegen von Instrumenten gehört zum täglichen Brot der Werkstatt. Reparaturen werden mit ähnlicher Akribie durchgeführt, wie man es aus der Museumsarbeit kennt, denn es gilt, so viel originales Holz wie möglich zu behalten und alles rückgängig machen zu können. Hautleim wird immer noch verwendet wegen der Wiederlöslichkeit. Auch für den Neubau wird es verwendet, um spätere Reparaturen zu erleichtern.

Das Holz wird lange in einem Klima gelagert, das den Räumen entspricht, wo die Instrumente sich später befinden werden; Konzertsäle, Proberäume und Wohnzimmer. Die Instrumente sind ausschließlich in Handarbeit gefertigt, nur so kann man einen wirklich edlen Ton erreichen. Auch optisch soll die Handarbeit sichtbar sein-organisch, nicht gezwungen und keine glatte industrielle Oberfläche.

Die Lackierung ist auch per Hand gemacht, Leinöllack für die Streichinstrumente und Schellack Politur für Konzertgitarren. Auf Wunsch ist auch Nitrolack für Gitarren möglich.

 

Die Werkstatt besteht seit fast 30 Jahren in der historischen Lutherstadt Wittenberg. Ein bisschen versteckt in der Schlossvorstadt, Kleine Bruchstr. 11. Hier findet man die nötige Ruhe für die Arbeit. Gelernt hat Stephen Painter in London, bevor er 1993 nach Deutschland kam. Er arbeitet meistens alleine, wird aber von seiner Tochter Lilian Treu-Painter gelegentlich assistiert.