Brennscheuer Straßer

In der Kirschengemeinde Dettingen an der Erms zeigt Manuel Straßer Besuchergruppen in seiner 2013 aus dem ehemaligen Heubarn ausgebauten Schaubrennerei die Herstellung von Edelbränden aus Streuobst, Wacholder und Kräutern aus dem UNECO-Biosphärenreservat Schwäbische Alb.

Kontakt

Brennscheuer Straßer

Adresse

Fabrikstraße 7/1,
72581 Dettingen an der Erms

Telefon

+49 (0)7123 972 853

Die Brennerei besteht seit über 100 Jahren und die Obstbautradition der Familie seit dem 16 Jahrhundert. Heute werden rund 3 Hektar Obstbau mit Kirschen, Sauerkirschen, Äpfeln, Birnen und Zwetschgen angebaut, einmal für den Hofladen und Wochenmarkt als Tafelware sowie als Grundlage für die Brennereien. Gebrannt wird auf einer neuen Verschlussbrennerei mit 300 Liter Volumen und einer kleineren holzbefeuerte 150-Liter Anlage mit Brennrecht. Das Brennrecht ist bis heute an den Obstbau gebunden. In der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Dettingen bei rund 3000 Einwohnern 80.000 Obstbäume und über 30 Brennrechte. Heute sind es noch acht Brennrechte mit circa 20.000 Obstbäumen bei knapp 10.000 Einwohnern. Umso wichtiger ist es Manuel Straßer dieses alte Handwerk weiter zu betreiben und die Geschmacksvielfalt dieser Kulturlandschaft mit seiner Schaubrennerei für Besucher erlebbar zu machen.

Bei rustikalem schwäbischem Vesper können dort Vereine, Firmen und Besucher die Destillate verkosten und nebenbei sehen wie das vergorene Obst im Brennkessel brodelt und die vielfältigen Aromen im Destillat konserviert werden.

Im Ermstal zwischen der ehemaligen Württemberger Residenzstadt Bad Urach und der Outlet- & Weinbaustadt Metzingen befindet sich die Brennscheuer in Dettingen inmitten des größten zusammenhängenden Streuobstanbaugebietes Europas. Aus dieser Vielfalt an heute seltenen Obstsorten stellt Manuel Straßer zusammen mit seinen Eltern rund 40 verschiedene Edelbrände und Liköre her, sowie Secco und Cider. Darunter befinden sich Raritäten wie die Slowfood Archepassagiere Ermstäler Knorpelkirsche, Palmisch- und Stuttgarter Gaishirtle Birne.

Ein paar Kilometer weiter auf der Uracher und Münsinger Alb findet man eine weitere typische Kulturlandschaft: Die Wacholderheiden. Diese sind auf der Albhochfläche durch die Jahrhunderte lang betriebene Schafhaltung entstanden. Aus den Wacholderbeeren entsteht dann in den beiden Brennereien der Straßers Albwacholder-Geist und verschiedene GINs, welche mit frischen Botanicals der Schwäbischen Alb nach eigenen Rezepturen zusammengestellt werden.

Unter dem Motto „Schützen durch Nützen“ entstehen im Hause Straßer immer wieder innovative Erzeugnisse, welche die Kulturlandschaften der Region mit erhalten sollen. Darunter der Kirschlikör Kirschflamme aus der Ermstäler Knorpelkirsche mit spezieller Rezeptur der Universität Hohenheim oder der Birnen-Aperitif Birnoh aus drei typischen Streuobstbirnen. Vier Brennereien und Mostereien in Baden-Württemberg bauen nach einheitlichen Kriterien diesen besonderen Aperitif aus Kelternsaft und Birnendestillaten im Holzfass aus.

Bei der Herstellung ihrer Produkte achtet die Familie Straßer auf eine schonende und natürliche Verarbeitung der Rohstoffe vom Anbau bis zum fertigen Produkt in der Flasche. Dies bedeutet, dass keinerlei künstliche Aromen oder Farbstoffe verwendet werden und nur Früchte von bester Qualität in die Maischefässer und nach der Gärung in den Brennkessel gelangen. Bei der Zusammenstellung von Rezepturen lässt sich Manuel Straßer vom Charakter und Geschmack der Ausgangsfrüchte leiten. Etwa Liköre aus Albschlehen und Schattenmorellen werden nur dezent gesüßt, damit sie ihre natürliche Säure auch im Endprodukt beibehalten.

Klasse statt Masse, Kleinproduktion und Handarbeit sowie das Erleben und Genießen des traditionellen Brennerei-Handwerks mit Gläserner Produktion, umrahmt von jahrhundertealten Kulturlandschaften der Schwäbischen Alb, laden zu einem Besuch in der Brennscheuer Straßer ein.