Filzatelier im Isartal

Die aus München stammende und seit 2009 in Mittenwald in den bayerischen Bergen lebende Filzkünstlerin ist gelernte Schneiderin und diplomierte Modedesignerin (Angewandte Kunst Schneeberg/ Sachsen) und macht seit 1998 außergewöhnliche Kleidung und Kunst aus Filz.

Kontakt

Filzatelier im Isartal

Adresse

Gebirgsjägerstraße 5
D-82481 Mittenwald

Telefon

+49 (0)88 2393 6707

Ihr Ansatz ist dabei sehr puristisch: Schafwollhaare verbinden sich mit Hilfe von warmem Wasser und Seife und dem Druck der eigenen Hände zu einem unentwirrbaren Material – dem Filz.

Der Prozeß des Filzens ist seit alters her bekannt und fasziniert durch seine Einfachheit und Ursprünglichkeit sowie seine unerschöpflichen kreativen Möglichkeiten. Ein Teilhaftigsein am gesamten Filzprozeß – von der Rohwolle bis zum fertigen Modell – ist möglich. Es handelt sich um ein sehr nachhaltiges Produkt, denn das Schaf muß 1-2 x/ Jahr geschoren werden – „schenkt“ uns sozusagen seine Wolle (die Rohwolle bzw.ein Rohwoll-Vlies) . Die Wolle hat viele gute Eigenschaften: sie wärmt und wirkt heilend auf den Organismus, ist antistatisch und wasserabweisend.

Das Besondere an Heidi Grebs Filz-Kleidung ist, daß ohne Nähte gearbeitet wird, d.h.daß jedes Modell in reiner Handarbeit nur durch die Technik des Verfilzens in seiner Endform entsteht – ohne Maschinen. Dadurch wirken die Modelle sehr kraftvoll und archaisch und besitzen eine ganz eigene Ästhetik und Haptik, die mitunter an ein „Fell“ erinnert. Gern verwendet die Filzerin Rohwoll-Locken und -Vliese, die sie zum Teil direkt bei heimischen Schafbauern nach der Schur einsammelt. Diese Locken und Vliese haben ein großes natürliches Farb-Spektrum von weiß über beige, braun, schwarz, grau-Töne und auch gescheckte Vliese sind möglich. Heidi Greb hat ganz eigene Techniken in der Anordnung entwickelt, um diese Locken zu verarbeiten – aufgestellt, chaotisch oder dachziegelartig, pur oder mit „normaler“ kardierter Wolle als Basis (die es in allen Farben und Qualitäten zu kaufen gibt). Die Rohwolle wird dabei durch den Filzprozeß auf natürliche Weise auch gleich gewaschen..

Heidi Grebs Filz-Kleider-Kunstwerke sind so gleichermaßen Schutz und Schmuck für den Menschen. Sehr gerne arbeitet die Künstlerin direkt für Kunden – filzt sozusagen auf Maß nach den Wünschen der Kundin/ des Kunden, die nach Vereinbarung in Heidi Grebs Atelier kommen – zum Teil von weit her – um sich so ein besonderes Stück fertigen zu lassen. Sie hat derzeit keinen eigenen Laden, sondern verkauft ansonsten ihre Modelle regional auf Märkten und Messen und nimmt an Ausstellungen teil. Sie ist Mitglied im Bayerischen Kunstgewerbeverein (BKV) in München und bei der GEDOK. Ihre Arbeiten wurden mit einigen sehr renommierten Preisen honoriert, wie einem Ehrenpreis der Dannerstiftung München sowie dem Grassipreis der Stadt Leipzig. 2009 drehte das Bayerische Fernsehen im Rahmen der Reihe „Handwerker mit Leib und Seele“ einen halbstündigen Film über sie und ihren Lebensgefährten Stephan Reitmeier, den sie mit ihrer Filzbegeisterung angesteckt hat und der sich auf gefilzte Sitzunterlagen spezialisiert hat.

Ein weiteres Standbein von Grebs Arbeit sind Kurse, Workshops und Fortbildungen, bei denen sie ihre Filztechnik und ihr Können weitergibt. Diese Kurstätigkeit führte sie bereits durch ganz Europa bis nach Island, nach Südafrika und an den Baikalsee. Schafe gibt es weltweit und die Künstlerin ist fasziniert von der Vielfalt an Schafrassen und der jeweils spezifischen Lockigkeit und Farbigkeit, ein unerschöpfliches Reservoir für Experimente. Gern greift sie allerdings immer wieder zur heimischen Bergschafwolle zurück, da diese sehr gut filzt und in vielen natürlichen Farben vorkommt. Außerdem sitzt sie hier direkt an der „Quelle“.

Heidi Greb nimmt auch an internationalen Textil und Woll-Konferenzen teil, wo sie Vorträge hält über ihre Arbeit mit der Schafwolle. Es ist ihr ein großes Anliegen, daß die Wolle wieder mehr gebraucht und verarbeitet wird (wurde und wird zum Teil weggeworfen!), da es sich um ein sehr gutes und gesundes Material handelt. Ausgedehnte Reisen führten sie nach Finnland (wo sie fas Filzen übrigens während eines Studentenaustauschs 1997erlernte), Kirgisien und in die Mongolei – Länder die über alte Filztraditionen verfügen.